Auswahl der richtigen Popperrute

  • Anleitung zur Auswahl der richtigen Popperrute



    Eine der häufigsten Fragen ist die Frage nach der besten Rute zum GT-Fischen, also einer Popperrute, deshalb haben wir recherchiert und euch eine Anleitung geschrieben.
    Nun, die Wahrheit ist, es gibt DIE beste Popperrute gar nicht. Es gibt viele gute Popperruten auf dem Markt, aber diese extreme Art des Fischens ist wirklich kritisch und eine Auswahl der richtigen Rute muss genau beleuchtet werden.

    So, was macht also die ideale Rute zum GT-Fischen und das Popperfischen auf andere große Räuber aus? Du brauchst eine Rute die Du beherrschen kannst, sowohl beim Wurf als auch im Kampf mit dem Fisch. Außerdem sollte die Rute noch lange halten, damit Du möglichst lange viel Freude dran hast.

    Wie in jeder Sportart wird das zu Dir passende Gerät Dir erlauben, Deine Möglichkeiten und Fähigkeiten voll zu nutzen. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass unpassendes Gerät Dein Potential verkümmern lassen wird, oft ohne dass Du es merkst. Der Spaß am Angeln leidet dann, und das ist schade.

    Deshalb ist es wichtig vorweg zu stellen, dass jede Popperrute (das gilt für Stickbaitruten natürlich auch) einen gewissen Kompromiss abverlangt. Eine lange Rute wirft besser und weiter, ist aber im Kampf im Vergleich zu einer kürzeren Rute nachteilig. Mit einer sehr steifen Rute kannst Du die Popper sehr gut führen, allerdings tut sie im Drill weh. Ein Weichgummihandteil ist super für das Führen von Stickbaits aber weniger gut für das Popperfischen und so weiter.... Kompromisse eben.

    Wir schlagen vor, ihr bedenkt folgende Punkte bei der Auswahl einer Rute:
    • Möchtest Du eine spezialisierte oder generelle Popperrute?
    • Wie hoch ist das Gewicht der Lures die Du normalerweise nutzt?
    • Bist Du ein guter Werfer (Caster) und wie weit musst Du den Köder in Deinem Gebiet werfen?
    • Welche Gewichtsklasse der Rute brauchst Du und wie viel kannst Du physikalisch wirklich beherrschen?
    • Die Eigenheiten verschiedener Hersteller
    • Der wichtigste Faktor – Dein Budget ;)

    Möchtest Du eine spezialisierte oder eine Rute für generelle Zwecke?

    Nicht alle Popperruten sind gleich, sie sind aber auch nicht alle für den selben Zweck gebaut. Die Bandbreite geht von einer Rute für das leichte Stickbait Fischen bis zu einer steifen Rute zum Angeln mit schwersten Poppern.

    Stickbait Ruten werden mit einer leichten, flexiblen Spitzenaktion designed um einem Oberflächenstickbait die optimale Aktion zu verleihen.
    Derzeit gibt es nur zwei Hersteller die spezialisierte Stickbait Ruten herstellen, Carpenter (welche die Pioniere in Sachen Stickbait Ruten waren) und Ripple Fisher.
    Stickbaits gibt es in zwei Varianten, schwimmende und sinkende und die spezialisierten Stickbait Ruten machen nur bei den schwimmenden Stickbaits Sinn.

    Stickbait Ruten gibt es bis zu einer PE10 Klasse (130lb). Carpenter geht bis zu PE8 mit den Modellen Blue Lagoon, Endless Passion und Coral Viper. Ripple Fisher bietet bis PE10 mit seiner Ultimo.

    Carpenter "Blue Lagoon" .............. Ripple Fisher "Ultimo"


    Eine Stickbait Rute muss eine relativ weiche Spitzenaktion im oberen Bereich des Blank haben, aber dahinter nicht unbedingt progressiv gebaut sein, auch wenn die derzeitigen Angebote von Carpenter und Ripple Fisher durchaus so gebaut sind. Trotzdem, diese Ruten sind absolut spezialisiert auf das Stickbait Fischen und empfehlenswert für diese Zwecke!

    Während eine Stickbait Rute eine weiche Spitze braucht, ist eine solche für das Popperfischen absolut unbrauchbar.

    Zumindest sind sie eigentlich nicht dafür gedacht, obwohl ein PE8 Modell aufwärts durchaus einen 140 Gramm Popper führen kann. Wenn ihr über dieses Poppergewicht geht, dann werdet ihr die Rute mit diesen schweren Poppern überlasten. Sie wird sich einfach nicht ordentlich führen lassen.
    Sicherlich habt ihr auch von anderen Ruten zum Stickbait Fischen gehört, das mag auch so sein, aber die einzig spezialisierten Ruten hierfür sind die genannten Modelle von Carpenter und Ripple Fisher. Wir haben aber auch gute Angebote der Marken Tenryu, Zenq, FCL oder auch Daiwa gesehen die für Stickbaits durchaus brauchbar sind.

    Auf das Fischen mit schweren Poppern spezialisierte Ruten stehen auf der anderen Seite der Skala. Diese haben eine wirklich kräftige Spitze, welche auch notwendig ist um die großen Popper ordentlich führen zu können. Wenn die Spitze hier nachgeben würde, dann würde die Rute ineffizient arbeiten. Schwere Popperruten werden von den meisten, spezialisierten Herstellern in den Klassen bis PE12 (170lb) angeboten. Beispiele der spezialisierten Ruten für das schwere Popperfischen sind die Carpenter SP78UHL, die Ripple Fisher GTX78XH, die Fisherman 77 R10L oder BG Jack und die Patriot Design Fire Vortex. Aber auch Marken wie Tenryu haben mit der Tenryu Furrary Popping Extreme sehr gute Popperruten im Angebot.


    Fire Fortex in Action


    Denkt aber bitte daran, dass das gute Führen eines schweren Poppers nicht damit getan ist, eine dieser Ruten zu kaufen. Diese Ruten fordern die Angler physisch extrem, wenn sie mit schweren Poppern von 250g eingesetzt werden, und hier sind die Zeiten und Anstrengungen des Drills eines schweren Fisches noch gar nicht mit eingerechnet. So manchen Angelurlaub haben da Schmerztabletten gerettet :)

    Den Rest der Popperruten möchten wir als eher “Ruten für generelle Zwecke” beschreiben, die aber durchaus zum GT-Angeln geeignet sind. Gerne würden wir eine andere Benamsung dafür finden, denn “Ruten für generelle Zwecke” hört sich ordinär an, aber diese Ruten sind alles andere als ordinär.
    Tatsächlich ist es so, dass in diese Kategorie legendäre Ruten wie die Carpenter Wild Violence und die Smith Komodo Dragon und viele andere fallen. Dies sind alles hervorragende Ruten.

    Dieser Rutentypus ist der wohl am meisten verbreitetste Popperrutentypus und wurde meistens für das Poppern auf GT entwickelt. Diese Ruten haben meistens eine etwas langsamere (weichere) Aktion als die spezialisierten Ruten für das schwere Popperfischen. Sie sind brauchbar (wenn auch nicht ideal) für Stickbaits und für das Werfen von leichteren Poppern.
    Wenn es aber um das schwere Popperfischen geht, dann kommt man mittelfristig an den spezialisierten Popperruten mit den harten Spitzen nicht vorbei. Es ist offensichtlich, dass die Belastung auf den Blank mit dem Gewicht des Poppers steigt und der Punkt der Überlastung für den Blank ist gerade beim Popperfischen und den kraftvollen Würfen und dem häufigen „schlagen“ in den schweren Köder schnell erreicht.

    Wenn Du Dir nur eine Rute zum GT-Fischen kaufen möchtest, dann empfehlen wir Dir eine solche “Standardpopperrute” mit der man eine ganze Bandbreite von Gewichten und Leinenklassen fischen kann.
    Auf der anderen Seite, wenn Dein Budget größer ist, dann solltest Du Dir den Luxus leisten, spezialisiertere Ruten für die Lures die Du einsetzen willst zu kaufen. Vom Spaßfaktor wäre das natürlich sinnvoller. :whistling:

    Gewicht und Größe der Lures die gefischt werden sollen

    Das Gewicht und die Größe der Lures (Popper, Stickbaits etc.) ist ein entscheidender Faktor für die Auswahl Deiner Popperrute.
    Die Hersteller geben fast alle Empfehlungen für das “Wurfgewicht” ihrer Ruten. Wir schlagen vor, Du ordnest die Ruten in der Mitte der angegebenen Wurfgewichtsbandbreite ein.
    Ein Beispiel: Wenn ein Hersteller das Wurfgewicht seiner Rute zwischen 150g und 250g angibt, dann geh von 200g Wurfgewicht aus. Es gibt leider auch Ruten die Wurfgewichte von 250g angeben, aber schon bei 200g nah am Brechen sind (und das unabhängig von der Wurfkraft des Anglers).
    Bleib einfach innerhalb des Limits Deiner Rute und rechne ein wenig Puffer mit dazu.

    Viele Leute möchten eine möglichst große Bandbreite beim Wurfgewicht, was durchaus verständlich ist. Wir können dazu nur sagen, dass eine Rute mit einer progressiven (nach oben immer weiter steigenden) Aktion in diesem Zusammenhang mehr verzeiht.
    Ein Beispiel ist die Smith Komodo Dragon. Diese Rute wird einen 100g Lure sicher und kompetent werfen, aber sie wird auch einen 200g Lure noch ohne Probleme werfen können. Eine Carpenter Wild Violence wird einen leichten Lure ebenfalls besser werfen als ihre stabilere Freundin die SP78UHL welche zwar die gleiche Wurfgewichtsklasse ist, aber eher für größere und schwerere Lures entwickelt wurde. Was wir also damit sagen wollen ist, dass das Wurfgewicht nicht das einzige Kriterium sein sollte, es kommt auch auf die Größe und des Gewichtes des Lures drauf an den ihr nutzen wollt.


    Bist Du ein guter Werfer (Caster) und wie weit musst Du werfen?

    Dies ist eine sehr wichtige Frage und die Antwort darauf spielt eine Rolle bei Länge und der Aktion der Popperrute die Du kaufen möchtest.
    Grundsätzlich gilt, das seine längere Rute mit einer progressiven (zum Ende des Wurfes zunehmenden) Blank-Aktion leichter zu werfen ist. Eine Ausnahme bilden hierbei die prozentual wenigen Angler die eine sehr schnelle Casting Bewegung durchführen und damit die „schnelleren“ Casting Ruten „laden“ können. Hinzu kommt natürlich, dass eine leichtere Rute leichter zu werfen ist als eine schwere.

    Eine gute Wurfweite ist ein wichtiger Punkt bei der Abstimmung zwischen Rute, Rolle, Schnur und Lure. Ein weiterer Punkt ist die Fähigkeit des Anglers die Rute beim Wurf effektiv zu „laden“. Zu lernen wie man sauber wirft ist beim GT Fischen ein kritischer und wichtiger Punkt, denn damit hängt nicht nur die Wurfweite sondern auch der Grad der Ermüdung beim Angler zusammen. Hier gilt, dass der beste Caster die meisten Fische fängt.

    Das heißt am Ende des Tages aber auch, dass die Länge der Rute entscheidend ist wenn man auf große Distanzen werfen möchte.
    Popperruten sind (wie bereits gesagt) alle ein Kompromiss der Eigenschaften. Ideal wäre eine Rute mit den Eigenschaften der Carpenter Long Reef GT beim Wurf und der Carpenter OH55XHS (eine Jigging Rute) beim Anhieb und dem Drill.
    Lange Ruten sind wunderbar beim Werfen, kurze Ruten genial im Drill. Jeder der versucht hat, einen großen Fisch mit einer langen Rute unter dem Boot wieder hervorzuholen kennt das rückenbrechende Gefühl.

    Generell empfehlen wir euch, dass ihr nach Ruten Ausschau haltet die zwischen 7.5 und 8.25 Fuß (229cm und 250cm) lang sind. Dies ist jedoch eine persönliche Meinung.
    Eine kürzere Rute wird euch (auch wenn ihr ein guter Werfer seid) nicht genügend Wurfweite bieten, eine längere würde euch Probleme im Drill bereiten. Wir würden euch empfehlen, wenn ihr ein wirklich guter Werfer seid (geht wirklich ehrlich in euch bei dieser Frage), dann schaut nach einer 7.5 Fuß bis 8 Fuß Rute, wenn nicht, dann eher nach einer längeren Rute innerhalb der vorgeschlagenen Spanne.

    Es gibt heutzutage eine Menge Popperruten die in der Länge 8.5 Fuß (also über 2,50 Meter) und länger sind, meist von Carpenter. Diese wurden für Orte gemacht an denen eine große Wurfdistanz entscheidend ist. Viele fischen diese Ruten und sie sind durchaus beherrschbar. Es kommt halt auf die Kompromisse an die man eingehen möchte.

    Es gibt einfach Angelgebiete die große Wurfweiten erfordern, und in denen seit ihr mit den langen "Waffen" wie der Carpenter Long Reef oder Endless Passion gut bedient, auch wenn diese Ruten knapp 9 Fuß lang sind.

    Die notwendige Wurfweite ist ein kritischer Faktor. Es gibt nichts Frustrierendes als wenn ihr während dem Fischen feststellt, dass die guten Spots außerhalb eurer Reichweite liegen, während eure Angelkollegen diese Spots anwerfen können und einen Fisch nach dem anderen haken.

    Eine lange Wurfweite ist aber nicht nur Sache der Rute. Du musst Dein Gerät und die Schnur sauber aufeinander abstimmen. So ist es offensichtlich, dass die PE6 Varivas mit einem kleinen "friction-Knoten" an einen 130lb Mono Leader viel besser geworfen werden kann als z.B. eine 130lb Jerry Brown Hollow Braid, verbunden mit einem schweren assist cord Leader.
    Auf der anderen Seite, in einem hindernisreichen Gewässer wirst Du keinen Fisch mit einer PE6 rausholen können. Alles eine Frage des Kompromisses.

    Zusammenfassend….wir können gar nicht oft genug sagen wie entscheidend die Wurfweite beim GT Fischen und damit bei der Rutenauswahl ist!!!


    Wie schwer sollte Deine Rute sein und womit kannst Du wirklich umgehen?

    Das Gewicht (damit meinen wir die Leinenklasse für welche die Rute vorgesehen ist, nicht das tatsächliche Gewicht der Rute) muss durch das Gebiet bestimmt werden in dem Du angelst und muss Deine physischen Fähigkeiten berücksichtigen. Du musst die Rute noch beherrschen können.

    Wir glauben, dass die meisten Angler sich im Bezug auf ihre körperlichen Fähigkeiten im Bezug auf das Beherrschen ihrer Ausrüstung überschätzen. Wir glauben, dass viele Angler die Auswirkungen die eine schwere Popperausrüstung hat nicht realisieren.
    Sie denken nicht darüber nach wie schwer es ist eine schwere Popperrute einen (oder mehrere) Tage am Stück zu werfen, wie schwer es ist gegen den Bremswiderstand
    anzukämpfen (und wie schnell der Muskel ermüdet) und wie schnell es gehen kann, dass ein harter Biss einem die Rute aus der Hand reißt. Wir schlagen vor ihr wählt euer Gerät so, dass ihr dieses gegen den von euch am liebsten gefischten Bremsdruck mindestens 15 Minuten halten könnt. Könnt ihr dies nicht, so ist die Ausrüstung zu schwer für euch!

    Wenn Du noch neu in diesem Sport bist, dann lass Dich bitte nicht von den selbsternannten “PE12-Afficionados” zu einem viel zu schweren Gerät überreden. Wir sagen nicht, dass es die Typen die PE12 sinnvoll fischen können nicht gibt, aber der Prozentsatz der Angler welche die Fitness und die Kraft dafür mitbringen ist verschwindend gering.

    Es ist sinnlos eine Rute zu kaufen die Deine Möglichkeiten übersteigt. Es ist schließlich Dein wichtigstes Angeltool. Eine Rute die zu schwer für Dich ist, wird Dich im Kampf mit einem großen Fisch brechen. Es ist besser eine leichtere Rute am eigenen Limit zu fischen, dann hat man eher eine Chance als mit einer nicht handhabbaren, schweren Rute die man niemals ans Limit bringen kann.

    Unsere persönliche Empfehlung ist das leichteste Gerät zu wählen welches für euch und die Art eures Angelns Sinn macht. Denkt immer dran, dass ein schweres Outfit noch lange keinen schweren Fisch landen wird. Du musst physisch dazu in der Lage sein einen großen Fisch mit Deinem Gerät zu landen. Natürlich kannst Du immer die Bremseinstellung so
    wählen, dass Du auch ein schweres Gerät beherrschen kannst, die Frage ist nur „Warum?“.
    Ein schweres Gerät kostet Dich Wurfweite, Kraft und bringt Dir keine Vorteile wenn Du es physisch sowieso nicht voll ausnutzen kannst.

    Schwere Ausrüstung hat in manchen Gebieten durchaus ihre Berechtigung, wenn man sie beherrscht, trotzdem raten wir zu leichterem Gerät. Du kannst weiter werfen, länger fischen und hast mehr Spaß dabei.

    Die Besonderheiten verschiedener Hersteller

    Die Besonderheiten verschiedener Rutenhersteller sind tatsächlich ein wichtiger Faktor um seine ideale Rute zu finden. Die Hersteller sind sehr unterschiedlich und eine PE12-Rute des einen Herstellers ist kaum gleich mit einer anderen der gleichen Stärke. Ein Beispiel: Eine HOT Gipang 77XXH ist als PE12 geführt, genau wie eine Carpenter SP78UHL. Die SP78UHL ist aber viel stärker, und wir sind uns sicher, dass die Patriot Design Fire Vortex nochmal stärker ist, obwohl sie alle als PE12 geführt werden.

    Eine weitere Besonderheit betrifft den angegebenen Zugwiderstand bis zur 45 Grad Biegung. Es geht darum wie viel Gewicht notwendig ist um die Rute um 45 Grad zu biegen. Der generelle Industriestandard gibt also den maximalen Zugwiderstand bei einer Biegung der Rute von 45 Grad an. Leider gibt es in der Branche aber keine festgelegte Normierung bei den Zugtests. Manche Firmen sind hier bei den Angaben sehr konservativ wie z.B. Ripple Fisher. Wir sehen aber auch, dass neue Firmen die noch keine große Erfahrungen im Rutenbau haben verrückte Level wie 26 Kilo bei einer PE8 Rute angeben. Das wäre aber im Umkehrschluss einfach nur unempfindlich.

    Eine weitere, derzeit häufig zu beobachtete Spezialität bei verschiedenen Herstellern sind die unterschriedlich langen Rutenfußteile. Fast jeder Hersteller hat hier andere Philosophien und Längen, aber die Shimano Caranx Kaibatsu ist z.B. fast 12 cm länger als der Durchschnitt. Dies kommt großen Anglern mit langen Armen natürlich zugute, wenn Du aber ein Angler mit 1,65m Körperlänge bist, dann ist diese Rute für Dich nicht brauchbar.

    Eine andere Besonderheit kann ist, dass manche Hersteller die Rollenhalterung in einer “upwinding” Position anbringen, andere in einer “downwinding” Position. Da kommt es sehr auf die Vorlieben des Anglers drauf an.

    Eine Besonderheit von Patriot Design ist, dass diese Fuji Low rider Schnurführungsringe nutzen, während alle anderen die traditionellen Fuji Super Ocean Ringe (MNSG und ICMNSG) verwenden. Neuerdings bietet Patriot aber auch die Super Ocean Ringe auf Anforderung an.

    Fuji Low Rider Guides ----- Fuji Super Ocean Guides

    Wir schlagen euch auch vor, vor dem ersten Kauf einer Fisherman Rute zu schauen wo der Rollensitz angebracht ist. Wenn ihr z.B. vorher eine Rute von Carpenter oder Smith oder einer anderen Marke gefischt habt, dann wird euch die Fisherman erst einmal schocken. :D

    Eine weitere Besonderheit bei Herstellern ist die Gewährleistung und die Wartung. Diese variiert erheblich. Einige bieten überhaupt keine Garantie an, andere (wie z.B. Ripple Fisher sind hier absolut kundenorientiert.

    Wir legen euch ehrlich ans Herz, dass ihr euch vor dem Kauf einer Popperrute ganz genau informiert, das zahlt sich bei den Preisen aus, womit wir zum nächsten Punkt kommen.

    Dein Budget

    Der vielleicht wichtigste Punkt für alle!

    Der Preis von Popperruten bewegt sich in einer riesigen Spanne von “günstig” (wobei man hierbei niemals von Rutenpreisen aus dem Süßwasserbereich ausgehen darf) und “Luxusspanne”. Wir wollen hier aber einen sehr wichtigen Punkt betonen. Mehr auszugeben bedeutet leider nicht zwangsläufig eine bessere Rute zu bekommen.

    Für niedrige Budgets gibt es bereits eine Vielzahl von Angeboten auf dem Markt wie z.B. die Shimano T-Curve GT Special, es gibt aber auch für hohe Budgets astronomische Ruten wie z.B. eine Fisherman mit Keramikringen die um die 2500 Dollar kostet.
    Deshalb raten wir allen sich intensiv mit der Thematik zu beschäftigen und ordentlich zu recherchieren, den ein paar hundert Euro sind hier schnell (unnötig) weg. Es ist sehr schmerzhaft wenn man eine teure Rute kauft und nach dem ersten Angeltrip merkt, dass diese nicht die persönlichen Bedürfnisse erfüllt, das (viele) Geld aber weg ist.

    Wir wollen hier eine sehr kurze Marktvorstellung machen.
    Bitte, wir wissen, dass diese niemals vollständig sein kann. Seht es uns deshalb nach wenn wir nicht alle Ruten berücksichtigt haben. Ihr könnt aber gerne Vorschläge und Anmerkungen in dem Diskussionsthread dazu machen, wir nehmen diese gerne in dieses Werk mit auf.

    Fangen wir am unteren Ende der Budgets an.
    Beim Einstieg in den Markt der Popperruten bietet Shimano eine Vielzahl von verschiedenen Popperruten wie z.B. die Shimano Ocea Offshore oder Shimano T-Curve. In diesem Preissegment gibt es noch eine Vielzahl weiterer Ruten verschiedenster Hersteller, leider haben wir dazu viel zu wenig Informationen und Erfahrung um hier alle benennen zu können.
    Das „Kernbudget“ für eine solche Popperrute liegt hier zwischen ca. 300,- und 400,- EUR. Bei diesen Ruten liegen unsere Befürchtungen jedoch darin, dass diese zwar sicherlich einen guten Job machen, oft aber schwerer sind und die Qualität der Blanks und Verarbeitung nicht so hochwertig ist wie bei teureren Ruten. Für den Einstieg aber sicherlich durchaus eine Überlegung wert.

    Bewegen wir uns in das „mittlere Budgetsegment“ des Marktes.
    Hier finden wir das Daiwa Saltiga Segement, welches jedoch (wenn man genau ist) nur zwei Ruten umfasst, die Daiwa S Extreme 76GT in PE8 und die Daiwa S Extreme 76GTXX in PE12. Diese bewegen sich vom Preis her ca. zwischen 480,- EUR bis 650,- EUR.
    Saltiga waren immer excellente Ruten aber wir denken, sie waren niemals klassische Popperruten, anders als die Jigging Editionen. Dies ist aber eine persönliche Meinung.

    Die “alten” Modelle, die GT86 waren zu lang, während nun die S Extreme Modelle eigentlich zu kurz sind für das was der Markt heutzutage möchte. Hinzu kommt, dass der PE12-Markt schrumpft, weshalb es eigentlich unverständlich ist warum sie bei Daiwa erst neulich eine PE12 Edition herausgebracht haben, und die leichteren Ruten links liegen lassen. Hier hätte man vielleicht Leute als Tester und Berater nehmen sollen die sich in dem Segment auskennen. Schade, denn eigentlich hat die Firma eine hervorragende Graphit Technologie und könnte echte Marktführer produzieren!

    Es muss an dieser Stelle gesagt werden, dass die Anzahl der im mittleren Budget-Segment angebotenen Ruten die letzten Monate signifikant gestiegen ist. Ein Beispiel sind.
    Ein Beispiel sind die Ruten der (noch ziemlich unbekannten) Firma “Kaiser”, welche hervorragend aussehen und allem Anschein nach ein tolles Preis-Leistungsverhältnis in diesem Marktsegment bieten. Ihre Rutenspezifikationen treffen die Anforderungen des Marktes hinsichtlich Gewicht und Länge genau. Daiwa könnte von denen lernen.

    Ein wenig über dem “Saltiga-Budget-Markt” liegen Firmen wie HOT, Zenaqs und einige Ruten führender Popperrutenanbieter wie z.B. Ripple Fisher, Yamaga Blanks etc.
    Dies sind hervorragende Ruten und sie bieten die gesamte Bandbreite von Längen und Gewichten die man braucht. Preise zwischen 600,- EUR und 900,- EUR sind hier jedoch bereits üblich. Yamaga hat z.B. die letzten Jahre beständig an ihrem Rutenportfolio gearbeitet und mittlerweile bieten diese einen ausgezeichnete Qualität.

    Dann kommen wir ins Premiumsegment.
    Hier sind Anbieter wie Smith, Carpenter, Ripple Fisher, Sevenseas, Patriot Design, Fisherman und viele weitere. Dies sind hervorragende Ruten, exzellent konstruiert, verarbeitet und getestet. Das sollten sie aber bei den Preisen auch sein!

    Doch selbst hier variieren die Preise teilweise erheblich, und teilweise aus nicht nachvollziehbaren Gründen, vor allem weil meistens die gleichen Komponenten verwendet werden (mit Ausnahme von ein paar hochspezialisierten Komponenten bei der Firma Fisherman. Die Preisklassen dieser Ruten starten bei ca. 900 EUR und gehen bis über 2000,- EUR.
    Spätestens bei diesen Ruten zeigen sich dann die Vorteile einer gründlichen Recherche vor dem Kauf, denn oft möchte man einfach nur eine gute Rute kaufen und landet dann irgendwann bei diesen Modellen. Wenn man sie dann erwirbt, sollen sie auch wirklich perfekt passen. In diesem Segment können wir nicht sagen welche Rute besser ist als die andere denn die Qualität stimmt bei allen, es liegt also nur an persönlichen Neigungen und Geschmäckern. Mit diesen Ruten könnt ihr (aus Qualitätsgesichtspunkten heraus) nichts falsch machen, wenn sie zu euch passt.

    Denkt immer daran, dass es hier mehr um das Geschäft des Verkäufers und um den Spaß des Anglers geht als um die Rute. Ein Angler wird auch mit einer
    400 EUR Shimano T-Curve den Fisch rausbringen, auch wenn es mit einer 2000 EUR Fishermen vielleicht mehr Spaß macht.

    Ich kann nicht mehr warten und MUSS eine Rute kaufen, also HELFT MIR!!!

    Wenn Du Dich in diesem Zustand befindest, dann können wir Dir nicht helfen, Deine Kaufentscheidung aufzuschieben bis Du eine, Deine ganz bestimmte Rute gefunden hast. Wir meinen damit, dass wir Dir Geduld raten und Dir raten erst einmal einen Trip zum Popperfischen zu unternehmen bevor Du Dir eine ganze Popperrutenkollektion zulegst. Du bist nach der Reise in einer viel besseren Position, weil Du weißt worauf es genau ankommt und was Dir wichtig ist.

    Wir wissen aber auch, dass die meisten von euch nicht warten können oder wollen. Und wenn das für euch zutrifft, dann raten wir euch erst zu einer „Generellen (universalen) Popperrute“ zu greifen. Der Hauptgrund ist, dass Du auf diese Art und Weise mit ziemlicher Sicherheit eine Rute kaufen wirst mit der Du umgehen kannst. Wir haben ein paar Empfehlungen zusammengestellt, aber bitte beachtet diese nur als Beispiele. Mit den im Folgenden aufgelisteten Ruten könnt ihr eine große Bandbreite von Lures fischen. Aber nur mit der Coral Viper und EP82 könnt ihr ordentlich mit Stickbaits arbeiten.

    Schwere Ruten (PE10)

    Wenn Du eine schwere Rute zum Fischen suchst, also eine PE10 (130lb), dann gehst Du mit zwei Ruten wirklich auf Nummer sicher. Die eine ist die Ripple Fisher Final Spirit 79H und die andere die Carpenter MH79XH. Während die 79H schwerpunktmäßig eine schwere Popperrute ist, nutzen viele Angler sie auch zum Fischen mit schweren Stickbaits. Die MH79XH ist eine relative neu auf den Markt gebrachte Rute von Carpenter und wie die 79H kann sie für Beides, für große Popper und große Stickbaits verwendet warden. Eine kleine Warnung ist an dieser Stelle jedoch trotzdem angebracht. Beide Ruten sind sehr starke Ruten und ihr solltet sie nur kaufen wenn ihr sie kräftemäßig auch beherrschen könnt.

    Suchst Du eine noch schwerere Rute als PE10, kannst Du Dir die Carpenter Wild Violence WV80XH oder die neue Monster Hunter 79 Extreme. Die einzige Einschränkung die ich bei der Wild Violence machen muss ist, dass Du eventuell lange suchen must bevor Du eine kaufen kannst. Die Wild Violence ist eine legendäre Rute, aber Du musst ihr gewachsen sein. Diese Rute ist extrem kraftvoll und tut in einem extremen Drill weh! Die Monster Hunter Extreme ist der große Bruder der 79XH.

    Manchen ist vielleicht aufgefallen, dass wir die Smith Komodo Dragon von der Liste geworfen haben. Die Komodo ist immer noch eine hervorragende Rute und man kann über einen Erwerb nachdenken. Ihr Nachteil liegt jedoch in ihrer Länge. Diese verlangt einfach zu viel Kompromisse zwischen Wurfweite im Vergleich zu den moderneren Ruten auf dem Markt. Eine in Deutschland leicht zu bekommende, schwere Popperrute mit ebenfalls sehr guten Eigenschaften ist die Teryu Furrary Popping Extreme, die aber auch in der "mittelschweren Kategorie" gut aufgehoben wäre.

    Mittelschwere Ruten (PE8 – PE10)

    In dieser Gewichtsklasse empfehle ich die Ripple Fisher GT79R als eine excellente Wahl. Die Rute ist sehr bequem zu fischen und auch bei einer PE10 Belastung wird sie noch sensibel reagieren. Wurfköder zwischen 120 und 160 Gramm sind ideal für diese Rute, sie verträgt aber sowohl schwerere als auch leichtere Köder. Diese Rute wird einfach jedem gefallen der auf GT angelt. Wir gehen soweit zu sagen, wer diese Rute nicht beherrscht der sollte vor dem GT Angeln mehr Zeit im Fitnessstudio verbringen.

    Eine Spur schwerer, aber immer noch in dieser Klasse ist die Fisherman GT Game T-RSH, und auch sie ist es Wert sie genauer anzuschauen. Mit PE10 gefischt ist sie die Lieblingsrute von vielen Anglern weltweit, vor allem im Drill eines großen GT. Wenn Dich diese Rute näher interessiert, dann solltest Du ein guter Caster sein, denn aufgrund ihrer Länge sind die langen Würfen nicht gerade ihre Stärke.

    Eine weitere, empfehlenswerte Rute ist die Carpenter DJ83MH. Diese Rute wurde als „Einsteigerrute“ designt und trotzdem bringt sie alles mit was eine gute Popperrute braucht. Sie wirft gut, Popper können gut geführt werden und selbst größere Stickbaits sind kein Problem mit dieser Rute.

    Eine Rute die immer mehr Anglern das Herz erobert ist die Capenter Monster Hunter MH80H RF40. Diese Rute ist sehr gut zum Werfen von Ködern bis ungefähr 200 Gramm, wir empfehlen aber bei Poppern nur ca. 170 Gramm.

    Natürlich muss ich auch noch eine Rute von FCL hier empfehlen, die UCB81 Extreme. Sie ist eine PE8-10 Rute die gut aussieht und bequem in der Handhabung sowohl für Popper als auch Stickbaits ist.



    Ruten mittlerer Gewichtsklasse (PE8)


    In dieser Gewichtsklasse empfehlen wir die Carpenter Coral Viper CV79 RF40, wenn Du eine finden kannst. Diese Rute ist der Favourit von vielen erfahrenen Popperanglern. Diese Ruten hat bewiesen, dass sie stark genug für jede Fischgröße ist. Gerade in Ozeanien wird diese Rute sehr häufig gefischt und mit großem Erfolg und Begeisterung bei den Anglern. Malcolm Crane konnte damit ein Monster von über 60 Kilogramm in Neu Kaledonien im Jahr 2011 landen. Diese Rute ist ideal für Popper zwischen 100-140 Gramm und für Stickbaits in den Größen 100-160 Gramm.

    Eine ander Rute die wirklich hervorragend zu angeln ist, ist die Ripple Fisher Ultimo UG79H. Dies ist eine PE10 Stickbait Rute und ist weich genug für die PE8 Angelei. Sie beherrscht Popper bis zu Größen von etwa 140 Gramm sehr gut und hat den Vorteil in der Lage zu sein auch große Stickbaits werfen zu können.

    Gute Erfahrungen wurden auch der Carpenter Endless Passion EP85 RF36 zugeschrieben. Diese Rute ist länger als der Standard aber durchaus gut handhabbar und wie man hört sehr gut für Stickbaits, auch wenn sie Popper bis ca. 140 Gramm (besser 130 Gramm) locker schafft. Diese Rute kann für Dich den Unterschied ausmachen wenn Du kein besonders gutter Caster bist. Wenn Dir diese Rute etwas zu lang ist, dann hat Carpenter mit der EP82 RF38 eine Rute herausgebracht die etwas stärker ist und eine super Rute ist. Tenryu hat mit der Tenryu Furrary Popping ebenfalls eine leichte bis mittlere Popperrute im Angebot.

    Wir haben hier die Modelle unter PE8 nicht beleuchtet, da sie unserer Meinung nach einfach zu leicht zum Fischen auf Giant Trevally sind.

    Ein Rat noch… Wenn Ihr mehr als eine Rute kaufen möchtet, dann kauft eine spezialisierte Rute für Popper und eine für Stickbaits.


    Reise Ruten

    Wir denken, es ist für Viele von euch wichtig, dass wir uns auch den Reiseruten zuwenden. Rutenrohre sind eine Plage mit der wir uns alle rumschlagen müssen, aber manche Hersteller haben sogenannte Reiseruten entwickelt. Diese gibt es mit Mittelgelenken oder (wie im Falle von Smith) als dreiteilige Rute. Smith produziert die Amami, eine dreiteilige Reisepopperrute in der Klasse PE6-8. FCL hat die UCB80, welche eine Stärke von PE8-10 hat, während Ripple Fisher ihre hervorragende GTX81 anbietet. Auch wenn wir noch nie eine solche Rute besessen haben, durften wir doch häufiger diese Ruten werfen und waren positiv überrascht, wie gut sie sich beim Wurf „laden“ lassen. Diese Ruten sind leicht und erstaunlich stark. Die GTX81 Serie bietet das komplette Spektrum zwischen PE6 und PE10.
    In Deutschland erhältlich sind auch die Modelle Tenryu Furrary Travel oder auch die Tenryu Diablo Travel.


    Wo soll ich meine Popperrute kaufen?


    Dies ist etwas, was nur Ihr entscheiden könnt. Im deutschsprachigen Raum ist es leider nicht ganz leicht einen Angelladen „um die Ecke“ zu finden, in dem man eine Popperrute kaufen kann.

    Solltet ihr mal auf einer Messe, auf einer Angelreise oder einem sonstigen Event die Möglichkeit bekommen eine Popperrute zu werfen, tut dies! Ihr werdet dieses Gefühl sehr hilfreich bei der Auswahl einer Rute empfinden. Achtet dabei darauf ob ihr die Rute bequem werfen könnt und dies auf längere Zeit. Wenn ihr eine Rute in der Hand habt die sich in euren Händen wie ein Stock anfühlt, dann lasst sie lieber. Diese passt nicht zu euch.

    Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann testet die Rute nicht nur beim Wurf sondern macht einen zusätzlichen Test wie sich die Rute in einem Gimbal unter Druck (aufgeladen) anfühlt. Dies wird euch eine Einschätzung geben ob die Rute die richtige Länge hat und ihr die Länge unter Druck beherrschen könnt.

    Bitte entschuldigt, wenn ihr auch noch einen Rat in eigener Sache von uns bekommt, aber den können wir von Herzen geben. Unsere Boardsponsoren haben ebenfalls wirklich tolle Popperruten im Angebot und bei diesen könnt ihr die Ruten auch direkt testen. Wendet euch also ruhig an sie.

    Im Shop von Wolfgang findet ihr Marken wie z.B. Tenryu

    Kommen wir zurück zum Kauf der Rute. Ihr könnt diese Rute natürlich in Übersee kaufen, ihr spart da sicherlich Geld. Mangels Erfahrung können wir euch aber nur einen Anbieter mit gutem Gewissen empfehlen, und zwar TokyoFishingExpress. Gerade in Sachen Ripple Fisher sind die wirklich klasse.


    Bei wem ihr aber auch immer bestellt, ihr solltet folgende Abwägungen treffen: Natürlich können wir dieses nur schreiben, ihr müsst natürlich selbst entscheiden.



    Go und No Go´s mit Popperruten (GT-Ruten)

    Diese Dinge haben vielleicht keine direkte Auswirkung auf eure Kaufentscheidungen, aber wir denken, dass sie euch zumindest zeigen können ob der Kauf der Popperrute ein teures Investment ist.
    GT Ruten sind hochentwickelte Ruten, hergestellt aus einer Graphit Technologie. Sie sind extrem stark gemacht um die hohen Belastungen während des Drills eines Großfisches die Möglichkeit zu bieten an das Limit zu gehen.

    High-Sticking (Hochhalten der Rute)


    Wir sind uns sicher, die meisten von euch sind vertraut mit dem Prinzip des High-Sticking. Dabei wird versucht den Winkel zwischen Rute und Schnur nicht größer als 90 Grad werden zu lassen. Wir finden, dies ist ein wenig verstandenes Konzept beim GT-Fischen. Grundsätzlich ist daran nichts Falsches, wenn der Fisch ungefähr noch 80 Meter von dem Boot weg ist. Aber wenn der Fisch direkt neben, oder unter dem Boot ist, ist High Sticking tödlich.

    Wir haben manche der besten Angler gesehen die High-Sticking routiniert anwenden. Ist der Fisch jedoch in der Nähe des Bootes sind sie sehr vorsichtig. Die meisten Popperruten brechen wenn der Fisch unter dem Boot ist und der Angler nach wie vor den High-Sticking Winkel einhält.

    Einmal konnten wir Damon Olsen beobachten wie er reagierte und seine Rute schützte (und auch den Fisch nachher landen konnte), in einer Situation, in der wahrscheinlich 99% der Angler ihre Rute abgebrochen hätten. Er drillte einen großen Fisch der sich unter das Boot geflüchtet hatte, als dieser plötzlich entschied eine kraftvolle Flucht auf die andere Seite des Bootes zu unternehmen. Damon reagierte, indem er sich über die Reling beugte und die komplette Rute ins Wasser drückte, bis die Rolle fast im Wasser war. Anschließend bekam er es hin die Rute unter Wasser so zu schwingen, dass er um das Boot herumkam und den Fisch weiter drillen konnte. Dies alles passierte innerhalb von wenigen Sekunden und zeigt was ein richtig guter Angler drauf haben kann.

    Es ist wirklich sehr wichtig immer zu wissen wo genau der Fisch ist und in der Lage zu sein, richtig zu reagieren. Sonst kann mit eurer Rute das passieren, was ihr wirklich nicht möchtet….ganz abgesehen von dem Verlust des Fisches.



    Stellt sicher, dass die Rute komplett eingesteckt ist


    Dies ist eine der häufigsten Ursachen für Rutenbrücke. Die meisten Popperruten rutschen nach dem Gebrauch schwer aus der Steckverbindung. Deshalb sind viele Angler beim Zusammenstecken der Rute zu vorsichtig, und stecken die Verbindungen nicht ordentlich zusammen. Während des Gebrauches lockert sich die Steckverbindung ein paar Millimeter und das reicht für einen Rutenbruch nach dem Biss eines Fisches. Aber oft denkt der Angler, er hätte die Steckverbindung ordentlich bedient, hat dies aber in Eile doch nicht so akkurat gemacht. Deshalb empfehlen wir euch, den korrekten Sitz der Steckverbindung von Zeit zu zeit während des Gebrauchs zu überprüfen. Ein wenig Rutenwachs hilft euch die Rute in der richtigen Stellung zu halten.

    Rutenwachs

    Investiert ein paar Euro in Rutenwachs und stellt sicher, dass die Verbindungsstelle immer gut gewachst ist. Dies ist eine sehr billige und sehr wirksame Methode das Rausrutschen der Rutenteile aus der Steckverbindung zu verhindern. Aber wachst nicht zu viel, da es kleben kann wie Kleber.


    Wir raten euch, die beiden Rutenteile jeden Tag nach dem Fischen aus der Steckverbindung zu lösen, einfach um sicherzustellen, dass die Teile nicht zusammenkleben. Ansonsten kann es euch wie vielen Leuten gehen, dass am Ende eines Angelurlaubs die beiden Teile kaum mehr voneinander zu trennen sind. Das Trennen am Ende jeden Angeltages senkt das Risiko enorm.



    Rod Wraps

    Nehmt auch die paar EUR in die Hand und kauft euch Rod Wraps. Die meisten Hersteller produzieren diese unter ihrem Namen. Eigentlich ist es nur ein ummanteltes Gummiband und haben den Sinn, die Ruten(teile) zusammenzuhalten. Ihr könnt diese vielfältig einsetzen. So könnt ihr hiermit z.B. die Ruten in einem unruhigen Boot sichern, ihr könnt die beiden Rutenteile sicher voneinander teilen, damit sie nicht aneinander scheuern usw. Damit könnt ihr übrigens auch die Popper unkompliziert voneinander trennen.


    Rod Wraps (hier von Shimano)

    Ich kann meine Popperrute nicht auseinanderbauen, was kann ich tun?

    Wenn Du dieses Problem hast, dann bleib ruhig. Was immer Du auch tust, versuch nicht die beiden Rutenteile mit einer Zange und Gewalt auseinanderzureißen. Wir haben schon eine Menge Horrorgeschichten gehört was Angelläden schon alles Schreckliches mit den teuren Ruten gemacht haben. Wenn bei Dir das Problem auftritt, dann leg eine Menge Eis um das Verbindungsstück und warte ein paar Minuten. Du wirst sehen, die beiden Rutenteile lassen sich leicht voneinander trennen. Hierzu kannst Du übrigens auch die Rod Wraps zu Hilfe nehmen. Wollen sich die beiden Rutenteile immer noch nicht lösen (was unwahrscheinlich ist), dann hilft Dir einwenig Schmiermittelspray.



    Derzeitige Innovationen

    Wir hatten die letzten Jahre hervorragende Innovationen im Markt der Popper- und GT-Ruten. Begonnen hatte Ripple Fisher damit, aber die letzten 24 bis 30 Monate hat Carpenter stark nachgezogen, indem eine Menge neuer Ruten auf den Markt gebracht wurden.

    Beide, Ripple und Carpenter haben die Ausrichtung der Ruten stark an die Bedürfnissen beim GT Fischen angepasst indem sie Ruten bauten die leichter handhabbar sind und die mehr Fehler “verzeihen”. Diese Vorgehensweise wurde natürlich durch die Entwicklungen auf dem Graphit-Technologie Markt unterstützt.

    Wir beobachten auch, dass viele andere Hersteller stark nachziehen und beständig ihre Qualität verbessern. Dies hat für die Verbraucher natürlich Vorteile, denn nun können sie aus einer breiten Spanne von Ruten wählen, auch wenn es spannend sein dürfte wie groß der Markt wirklich ist.


    Zusammenfassung

    So, nun sind wir soweit. Wir hoffen, die Informationen haben euch bei der Auswahl eurer ersten oder nächsten Popperrute geholfen.

    Wir wurden oft gefragt was wir selbst nutzen. Wir sind Fieldtester der Firma Carpenter, deshalb ist diese Marke natürlich in all unseren Empfehlungen mit vertreten. Davor haben wir Smith gefischt. Diese beiden Marken stehen natürlich für das spezialisierte GT Fischen.

    Wir wollen euch mit dem Kerngedanken auf die Suche nach der idealen Popperruten schicken: Nehmt euch Zeit bei eurer Kaufentscheidung und sucht die Rute die zu euch passt! Sucht gründlich. Mehr können wir euch nicht mit auf den Weg geben. Seid vorsichtig bei Angelläden die eine bestimmte Marke „pushen“ wollen, auch wenn das das Normalste der Welt ist. Ihr müsst es halt wissen, das dem so ist. Und denkt dran, dass ein Angestellter in einem Angelladen gerade in Europa nicht zwingend ein Experte für Popperfischen auf GT sein wird.

    Seid auch sehr selektiv bei den Empfehlungen von Leuten die denken, dass sie alles über dieses Thema wissen. So jemanden gibt es nicht!

    Nehmt auch nicht alles was ihr in Foren und Angelmagazinen lest für bare Münze. Oft sind sehr gute Ansätze und Wahrheiten dabei, aber hinter solchen Artikeln (so wie hinter diesem hier auch) stecken Menschen die eine eingeschränkte Sicht auf die Dinge haben, auch wenn gute Absicht dahinter steckt.

    Glaub auch nicht allen „Experten“. Sobald jemand von 20 Kilo Bremseinstellung beim GT-Fischen schreibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er keine Ahnung hat.

    Wir haben hier (trotz einer monatelangen Recherche) sicherlich nur die Oberfläche des Themas “angekratzt”. Deshalb würden wir uns sehr freuen, wenn ihr im Forum intensiv darüber diskutiert und Ergänzungen bringt. Selbstverständlich bauen wir diese gerne ein!

    PreissegmentHerstellerBezeichnung der RuteLänge in MeterStärke
    NiedrigOkumaOkuma Salina 3 792H2,36PE 6-8
    NiedrigDaiwaDaiwa Monster Mesh MXS 832XX2,50PE 8
    NiedrigDaiwaDaiwa Saltist Demon Blood 82XH 2,40PE 8
    MittelDaiwaBG85S Saltiga Dorado2,56PE 6-8
    NiedrigShimanoShimano Ocea Offshore 802 Stickbait2,43PE 6
    NiedrigShimanoShimano TCurve GT Special 2,44PE 6-8
    NiedrigShimanoShimano Ocea Offshore 792 Stickbait GTSpin2,43PE 6-8
    GehobenYamagaYamaga Blue Reef 76/62,28PE 6
    GehobenYamagaYamaga Blue Reef 78/82,26PE 8
    GehobenYamagaYamaga Blue Reef 710/82,39PE 8
    GehobenYamagaYamaga Blue Reef 710/102,39PE 10
    GehobenRipple FisherRipple fisher Ultimo 79MH2,36PE 8
    Gehoben Ripple FisherRipple Fisher Ultimo 79H2,36PE 10
    GehobenRipple FisherRipple Fisher GT78 Flex2,33PE 10
    GehobenRipple FisherRipple Fisher GT82 Long Cast2,48PE 8
    GehobenRipple FisherRipple Fisher GT79R2,36PE 10
    GehobenTenryuTenryu Furrary Popping2,44PE 6-8
    GehobenTenryuTenryu Furrary Popping Extreme2,44PE 8-10
    GehobenTenryuTenryu Furrary Travel2,21PE 6-8
    GehobenTernyuTenryu Diabolo Travel2,50PE 6-8


    Euer Big Game Board Team


    Mehr rund ums Popperfischen:

    Popper riggen, Popper richtig transportieren, Monster GT Fischen - Ein Crashkurs, GT´s richtig releasen

    11.916 mal gelesen

Kommentare 4

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    Anonymer thomas -

    hallo! Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Popper und Spinnruten im Big Game Bereich? Oder kann man beide für beides nehmen? lg

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    bluemarlin54 -

    Demnächst bei mir auch die WESTIN 3776 POPPING Gipy Concept (Reiserute) im Programm.

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    akva -

    Bei der letzten Tour hatte unser Guide 2 Ruten mit LCSG beringt. Er schwört darauf und die Wurfweite war beachtlich! Er hatte als einziger keine Windknots. Ich bekome bald wieder einen Popperrutenblank zum aufbauen und werde diesmal wahrscheinlich auch LCSG (20/16/16/16/16/16 verbauen)

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    Poppey -

    Besten Dank für den sehr informativen und wissenreichen Bericht, RESPEKT. Eine Frage hab ich noch: Wie machen sich, die doch wesentlich kleineren Low Ryder Ringe der Patriots, in der Wurweite bemerkbar?