Kabura Jigging - Eine Anleitung

  • Kabura Jigging

    Das Kabura Jigging wurde ursprünglich von japanischen Anglern entwickelt und von Shimano, unter dem Begriff Lucanus aufgegriffen, perfektioniert und propagiert.
    Mark Smith von CHARKBAIT propagierte, als einer der Ersten, diese Jigging-Methode in den USA. Der Kabura ähnelt von seinem Aufbau einem Oktopus, mit einem "fetten" Körper und Tentakeln aus Silikon.


    Was unterscheidet also das Angeln mit Kaburas, gegenüber den bestehenden Jigging-Techniken (Speed-, Deep-, Pilken), oder dem Grundangeln mit Naturködern und schweren Bleien?


    Aufbau des Kabura

    Der Kabura hat ein hydrodynamisches Design, das es erlaubt, ihn trotz relativ niedrigen Eigengewichts, schnell zu sinken und ihn stabilisiert, wenn er langsam gejiggt wird. Er verfügt über 2 Einhänge-Ösen (über und unter dem Jig-Körper) und mindestens 2 Assist-Haken. Seine Augen sind meist extrem groß und selbstleuchtend. Sein Körper ist mit weichem Silikon überzogen. Ebenso bestehen seine Tentakel aus diesem Material.


    Montage

    Um ein bestmögliches Köderspiel zu gewährleisten, wird der Kabura mit einer Schlaufe an einem Fluorocarbon-Vorfach (4 – 6 m)befestigt.
    Die Hauptschnur sollte, wegen des geringeren Durchmessers und somit Wasserwiderstand aus geflochtener, bzw. braided Line bestehen.

    Als Ruten kommen Jigging-Ruten mit sensibler Spitze wie zB.:
    SEEKER Herkules 40-50lb oder die SHIMANO Tescata 30-60lb in Frage.

    Bei Rollen empfehlen sich (Multi) die SHIMANO Calcutta D400, die FIN-NOR Marquesa 12A, oder Stationär: die SHIMANO Stella 6000SW oder die QUANTUM Boca PTs50.

    Die Schnüre können von ultra-leicht bis 60 lb gewählt werden. Die Kombination von leichter Schnur und Kabura erlaubt es, bei sensibler Köderführung, große Tiefen zu erreichen und zu befischen. Über die Köderführung hinaus wird der Kabura noch attraktiver, wenn man ihn mit einem Fischfetzen oder einer Tintenfisch-Tentakel "garniert, oder entsprechenden Salzwasser-Lockstoffen, wie zB. PROCURE versieht.

    Während die meisten Kabura Jigs lediglich über 2 Assist-Haken verfügen ist zB. der SOFT TAKO von CHARKBAIT / TORO TAMER zusätzlich am Kopfteil mit einem Drilling armiert. KABURAS werden mit relativ leichter Hauptschnur (Spectra / Braid) und mit leichtem Fluorocarbon-Vorfach gefischt.
    Der Lure wird mit einem Schlaufenknoten am Vorfach befestigt.
    Kabura Jig GewichtEmpfohlenes
    Fluorocarbon Vorfach
    Braid / Spectra Haupt-SchnurRuten-Aktion
    60 gr. / 2 oz20 – 30 lb10 – 30 lbUltra
    leicht bis leicht
    80 gr. / 3 oz20 – 30 lb10 – 30 lbUltra
    leicht bis leicht
    100gr. / 3.5 oz20 – 40 lb20 – 40 lbleicht
    – medium leicht
    150gr./ 5.25 oz20 – 40 lb20 – 50 lbmedium
    leicht -medium
    200 gr./ 7 oz20 – 60 lb30 – 60 lbmediumleicht -medium

    Die Köderführung ist relativ einfach:
    geangelt wird zumeist vom driftenden Boot. Er kann einfach nur im "Freespool" kontrolliert abgelassen werden, oder geworfen werden. Mit der Drift wird er langsam, gefühlvoll sägeförmig über Grund geführt. Je nach Situation werden die Jig-Bewegungen bis ins Mittelwasser oder den Rand der Sprungschicht ausgeweitet.


    Montagevariationen

    Standard:
    Die Standard-Montage besteht aus einem Fluorocarbon-Vorfach in Rutenlänge und dem Jig, der mit einem Schlaufenknoten am Vorfach befestigt wird.


    Drop Shot:
    Der Jig wird, wie bei der Standard-Montage am Vorfach befestigt. An der zweiten Öse, unter dem Jig-Kopf wird ein 1 – 1,5 m langes Fluorocarbon von weit geringerer Tragkraft ( 2 – 4 lb) eingeschlauft. Ein (Drop Shot) Blei in dem entsprechenden Gewicht bringt und hält den Jig auf Tiefe. Diese Montage empfiehlt sich bei starker Strömung, oder wenn leichte Jigs (80gr) auf Tiefe ( über 60m) gebracht werden sollen.
    Hierzu sollte das Blei deutlich schwerer als der Kabura sein (150 – 250gr). Bei einem Hänger reißt das schwächere Vorfach, ohne dass man den Jig verliert.

    Double Trouble Montage:
    Die Double Trouble Montage ist eine Variation der Drop Shot Montage. Ein relativ leichter Jig wird mit der mit der Double Trouble Montage an die Hauptschnur angeschlauft. Anstatt eines Bleis wird jedoch ein zweiter, schwererer hakenloser Kabura Jig befestigt. Dieser zweite Hakenlose Jig fungiert einerseits als Gewicht, um den leichteren armierten Kabura auf Tiefe zu bringen, andererseits als Teaser (Jäger & Gejagter). Will man jedoch nicht riskieren, dass bei einem Hänger der relativ teure Kabura verloren geht, kann man stattdessen ein Blei mit einem Oktopus Skirt drapieren.


    Der Anbiss:

    In den meisten Fällen erfolgen die Bisse nicht spontan und heftig, sondern eher langsam, stetig. Der Fisch nippelt und zupft an den Silicon-Tentakeln und "arbeitet" sich Richtung Jig-Körper und somit Haken vor. Zieht man ihm langsam und stetig den Köder wieder aus dem Maul, wird er wild und gierig und fasst nach. Diese Aktion wird durch die dünne (geflochtene) Hauptschnur und die entsprechende Rute mit sensibler Spitzenaktion unterstützt. Der Biss ähnelt einem "Seegras-Hänger". Hält man diesen unter Spannung, zieht der Fisch die Rute zum Halbkreis; dann kann man den Anschlag setzen.

    Soft versus hard

    Die ursprünglichen japanischen Kabura oder Lucanus Jigs bestehen aus einem Körper aus Metall und Silicon-Tentakeln (Oktopus-Skirt). Eine Weiterentwicklung ist hier der SOFT TAKO der amerikanischen Firma CHARKBAIT / TORO TAMER. Der Metallkörper ist beim SOFT TAKO ebenfalls dick mit Silicon ummantelt. Das weiche Material hat auf den Fisch keine Scheuch Wirkung und er beißt sich am Jig nicht "die Zähne aus". Diese Köder sind auch preislich interessant: es gibt sie in 5 Farbvariationen, 4 Größen (24 – 110 gr.), von 3,00 – 6,00€, während die "Japaner" zumeist erst bei 12,00€ anfangen.

    Zielfische

    Der Kabura funktioniert weltweit: sei es im Nord-Atlantik, Mittelmeer, den Tropen auf pelaische Fische im Bereich des Grund- bis hin zum Mittelwasser (Sprungschicht).Hierzu zählen:Albacore, Amberjack,Barrakuda, Bonito, Dentex, Wolfsbarsch, Bass, Dorsch, Hailbutt, Rotbarsch, Cobia, Dorade, Mahi Mahi, Wahoo, Kingfish, Grouper, Pollock, Jack, Jobfish, Leng Muräne, Queenfish, Snapper, Thun, Snook, Hai, Trevally, Seriola und viele mehr; eigentlich alle Räuber, deren Leibspeise Pktopus oder Squid ist.

    Do It Yourself Kabura

    Natürlich lässt sich der Kabura auch selber basteln. Norwegen-Spezialisten können hier auf die sog. "Dorschbombe" zurückgreifen.


    Allerdings sollte man nicht versucht sein, das Gewicht zu hoch zu wählen, da dadurch das Spiel des Jigs beeinträchtigt würde. Anstelle eines Einzelhakens montiert man zwei Assisthaken und drapiert diese mit einem Oktopus-Skirt: fertig ist der Eigenbau – Kabura.



    Für diese wirklich sehr gelungene Anleitung möchten wir uns herzlich bei Wolfgang Schmidt (
    The-Tackle-Shop.com) bedanken.


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