Das Verhältnis des Durchmessers von Hauptschnur und Vorfach beim Poppern

    Das Verhältnis des Durchmessers von Hauptschnur und Vorfach beim Poppern

    Hallo Männer
    Eine Frage die mich schon geraume Zeit beschäftigt. Und ich mir nie sicher bin ob ich es richtig mache.
    Normal fische ich eine 80lbs Hauptschnur, die allerdings keine realen 80 lbs trägt. Eher um die 65lbs nach Tests. Dazu ein 130 lbs Vorfach von hoher Qualität, Fisherman. Also ein Verhältnis von ca 1:2.
    Nun möchte ich eine 100lbs Hauptschnur mit 150 lbs Vorfach fischen. Passt das Verhältnis? Wie macht Ihr das?
    TL der Carsten
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    Moin Carsten,

    was genau beschäftigt dich denn an der Frage? Macht m.E. keinen großen Unterschied. Du verwendest ja auch den FG Knot - also einfach ranknoten und los gehts.
    Dickeres Vorfach würde sich ja höchstens lohnen, weil das etwas länger scharfen Kanten widerstehen kann. Wenn es das nicht muss, sehe ich keinen Grund, warum die von dir genannte Kombination nicht so anzuwenden sein sollte.
    Aber vllt. bin ich ja auch zu unbedarft. ;)
    Das frage ich mich mit meinem begrenzten Erfahrungsschatz was Monsterfische angeht auch immer wieder.
    Ich sehe bislang für Reviere wie z.B. die Malediven nicht einmal die Notwendigkeit über eine relativ reale 65 lbs Hauptschnur hinaus zu gehen. Aber man liest ja immer wieder von Verlusten selbst bei angeblich 80lbs Schnur. Aber eine japanische Schnur mit einer Angabe von Max 80 lbs trägt eventuell auch im Durchschnitt nicht mehr als meine amerikanische 65lbs Schnur. Einfach weil die Auszeichnungen anders sind, aber das wird jetzt zu offtopic...
    Zurück zum Thema. Rein vom Knoten ist beim FG meines Erachtens ganz egal wie sich die Durchmesser von Hauptschnur und Vorfach zu einander verhalten. Außerdem will ich mal jemanden sehen, der ein intaktes 100lbs Vorfach zum brechen bringt. Insofern spielen für mich nur Zähne und scharfe Unterwasserhindernisse eine Rolle bei der Auswahl der Stärke des Vorfachs oberhalb von 100lbs.
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    Schon klar, aber meine Aussage steht. Verhältnis ist egal, Leader muss sich nur in Bezug auf die Abriebfestigkeit eignen.
    Ob das jetzt 150lbs oder mehr sein muss, ist bei jedem Revier wohl individuell abzuwägen.
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    Nach einigen Jahren an verschiedenen Orten dieser Welt habe ich als meine persönlichen Favoriten eine 80er Hauptschnur (aktuell Daiwa 8 braid) gepaart mit einem 130er Leader (Fisherman super stealth) gefunden.
    Meiner Meinung nach der passende Kompromiss aus erforderlicher Festigkeit und ausreichend Potenzial für genug Wurfweite.
    Festigkeit ist ja nur eine Komponente der erfolgreichen Angelei mit Oberflächenködern. In eigentlich jedem Revier dieser Welt kommt es auch darauf an, weit genug werfen zu können. Ab 100 lbs Hauptschnur wird es schwierig, dauerhaft deutlich weiter als 50 m zu werfen, auch ein noch stärkerer Leader kostet Wurfweite.

    Zille wrote:

    Nach einigen Jahren an verschiedenen Orten dieser Welt habe ich als meine persönlichen Favoriten eine 80er Hauptschnur (aktuell Daiwa 8 braid) gepaart mit einem 130er Leader (Fisherman super stealth) gefunden.
    Meiner Meinung nach der passende Kompromiss aus erforderlicher Festigkeit und ausreichend Potenzial für genug Wurfweite.
    Festigkeit ist ja nur eine Komponente der erfolgreichen Angelei mit Oberflächenködern. In eigentlich jedem Revier dieser Welt kommt es auch darauf an, weit genug werfen zu können. Ab 100 lbs Hauptschnur wird es schwierig, dauerhaft deutlich weiter als 50 m zu werfen, auch ein noch stärkerer Leader kostet Wurfweite.


    Schöner Beitrag! Bin auch immer wieder mal an der Daiwa 8 Tournament hängen geblieben, zwar nicht ehrlich deklariert, aber unter dem Strich eben doch ein gutes und bezahlbares Geflecht. Ist die Daiwa J-Braid X8 das Nachfolge-Modell der DT8? Passende Stärken, Farben (auch abgestuft zu Jiggen) wären vorhanden. Extrem günstig, macht mich schon fast etwas misstrauisch. Weiss jemand schon mehr über die J-Braid?
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    Post was edited 1 time, last by “Bodenseefischer” ().

    Mein Vorfach für die nächste Reise( in 4 Wochen auf die Hibarulodge)ist ein Twisted Leader hergestellt aus 80lbs Maxima kombiniert mit einem Biteleader aus FC der Stärke 130-150lbs.Nachdem mich die blöde Knoterei von FG und Konsorten regelmäßig in den Wahnsinn treibt bin ich momentan mit dem neuen(für mich)System ganz entspannt.Zuhause in Ruhe vorbereiten und vor Ort bei Bedarf einfach einschlaufen(bei hollow braid)Montagenaleitung gibts im Netz unter "twisted leader-bite leader".Ich werde berichten,obs hingehauen hat.
    Gruß Gerhard
    Ja, der Möglichkeiten gibt es viele, auch da findet jeder seinen persönlichen Weg. Eine weitere gute Möglichkeit ist ganz sicher auch die Wind-on leader Verbindung.
    Ein wohl entscheidender Punkt bezüglich der Festigkeit ist, dass Leader und Knoten nach jedem Biss und jedem Drill aufmerksam begutachtet werden. Im Eifer des Gefechts wird das oft vernachlässigt. Nach einem harten Poppertag werden bei mir Knoten neu gebunden, nach 2 bis 3 Tagen wird der Leader getauscht und nach einem Urlaub fliegt die komplette Schnur von der Rolle. Sicher kostspielig, aber wenn man weiß, welchen Belastungen die Schnur gerade beim Schlagen großer Popper ausgesetzt ist, sicher auch eine berechtigte Maßnahme.
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    GT Carsten wrote:

    ...welches Vorfach macht Du an die 8er....?


    Egal welches Geflecht - Fishermen 100Lbs, 130Lbs, oder 170Lbs. Herrlich weich und richtig gut das Zeugs.
    Wahl wie von Benny erwähnt "auch Länge je nach Bedarf". (Z.B. "giftige" Riffe, oder andere "Scharfzähne" in der Nähe)
    Mit FG oder PR passt alles zusammen. Ich finde den FG laut IGFA aussergewöhnlich einfach und praktikabel in der Anwendung.
    Meiner Meinung nach deutlich einfacher als ein sauberes twisted Leader und einen guten Biminitwist zum Einschlaufen zu binden.

    Zille: Volle Zustimmung speziell bei der aufmerksamen und permanenten Begutachtung der Knoten!
    Vor allem wenn man mit langem Vorfach wirft, werden die Knoten durch alle Ringe hindurch ständig stark beansprucht. Ein Punkt, warum ich das Vorfach beim Casten in Zukunft so kurz wie möglich wähle.
    Wenn ein langes Vorfach von Nöten ist, finde ich den PR Knoten "ringressistenter" als den FG. Aber der PR ist halt etwas aufwändiger zu binden.

    Interessant wäre auch das direkte Einspleissen in ein angespleisstes Hollowstück (ca. 2-3m reichen) an die bestehende Solid - aber leider recht langsam zu wechslen auf dem Boot. Fliegt aber durch die Ringe wie ein Sänfte, dazu kann man die letzten und anfälligsten Meter Geflecht mit einer kräftigen Hollow nochmals etwas abriebfester gestalten. Die "Haupt-Solid" dürfte so etwas dünner bleiben (Z.B 65Lbs), für die Wurfweite und Schnurfassung ingesamt sicher interessant. ;)


    Post was edited 20 times, last by “Bodenseefischer” ().

    Hallo Bodenseefischer, die J Braid hab ich noch nicht getestet, kann also keine Erfahrungen berichten.

    Wichtig für mich bei der Wahl des Geflechts sind neben der angegebenen (oft wenig realistischen) Tragkraft vor allem, dass die multifile rund geflochten und vor allem nicht beschichtet ist. Die Beschichtung ist auf den ersten Metern oft schon nach einem halben Tag abgerieben mit der Konsequenz, dass die Fasern verstärkt Wasser aufnehmen. Ob dieser Prozess der realen Tragfähigkeit schadet, kann ich nicht beurteile, auf jeden Fall geht es wieder zu Lasten der Wurfweite. Die Daiwa 8 hatte bei mir bisher den geringsten Abrieb ggü. Kandidaten wie Fireline, PP oder Tuff line.
    Viel Salzwasser in der Schnur dürfte dauerhaft auch den Spulen der Rollen schaden.
    Ab 2016 bringt Daiwa neben der Saltiga auch die Morethan als 12er Geflecht an den Start. Die werde ich auf jeden Fall mal auf meiner kleinen Baitcaster Neuerwerbung (shimano aldebaran) testen, mal schauen, ob sie bei Hecht, Barsch und Zander erst einmal hält, was die markigen Werbesprüche mal wieder versprechen.

    Post was edited 2 times, last by “Zille” ().

    Ja, wenn man die Rollen nur zum Poppern nutzt, ist das sicher vertretbar. Wenn man allerdings das Gerät auch zum Trolling einetzt und ich meine mich zu erinnern, dass Du das ab und an mal so praktizierst, eventuell doch zu überdenken. Ein großer Sail oder ein kleiner Marlin holen fix 300 ... 400 Meter Leine von der Stationärrolle.
    Zille, wie recht du hast.
    Du glaubst gar nicht, wie oft ich in anderen Foren das Bekleckern der Geflechte schon kritisiert habe. Das Hauptproblem: Die meisten Angler wollen und kaufen nur farbige Geflechte. Beim Jiggen machen farbige Abstufungen ja Sinn... aber sonst auch von mir ein grosses Fragezeichen!
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    GT Carsten wrote:

    Das ist richtig. Ich trolle auch mit meinen Popperruten an der Oberfläche. Bis jetzt hat noch kein Sail mehr als die Hälfte geschafft. Aber sollte es mal so sein das ich einen Fisch bekomme, der das schafft, dann würde ich auch tauschen. Sicher ist sicher.

    Nur weil bei einem großen Fisch die unteren 50% der Schnur mal im Wasser landen, würdest du die Schnur nicht mehr umspulen und nochmal benutzen wie heute? Was soll denn da im Freiwasser schlimmes mit der Schnur passieren?
    Ich fische meine Schnüre auch ohne umzudrehen mehrere Urlaube. Wenn ein Geflecht "schlecht" wird, dann wird es ausgetauscht. Prophylaktisch nach einem Urlaub finde ich heftig. Winterreifen fahre ich ja auch mehr als nur einen Winter :P
    ..na ja, auch nicht falsch in der Überlegung, aber wenn Dir ein Fisch fast die Spule leer macht, ist es zu überlegen. Der seitliche Druck und die Last auf der Schnur ist gewaltig und wird oft unterschätzt. Hab ich so noch nie erlebt, insofern für mich nur Theorie und Überlegungen.
    Meine Erfahrung ist, dass sich sowohl beim intensiven Poppern, als auch beim Jiggen nach 50 bis 60 Stunden härtesten Einsatzes die Tragkraft der Schnur auf den ersten 50 m fast halbiert hat. Das mag bei einer 80 lbs Schnur in Auseinandersetzung mit 15 oder 20 kg Fischen keine große Rolle spielen, aber wenn dann doch der 30er oder 40er Dickkopf nach dem Popper schnappt und wie ein ICE ins Riff donnert genau dann hast Du mit alter Schnur verloren.
    Aber genau um diese Fische geht es doch den ernsthaften Popperanglern - 5000 € für die Tour, 1500 € für eine Popperkombo, dann soll es an 150 € für neue Schnur scheitern?

    Zille wrote:

    Meine Erfahrung ist, dass sich sowohl beim intensiven Poppern, als auch beim Jiggen nach 50 bis 60 Stunden härtesten Einsatzes die Tragkraft der Schnur auf den ersten 50 m fast halbiert hat. Das mag bei einer 80 lbs Schnur in Auseinandersetzung mit 15 oder 20 kg Fischen keine große Rolle spielen, aber wenn dann doch der 30er oder 40er Dickkopf nach dem Popper schnappt und wie ein ICE ins Riff donnert genau dann hast Du mit alter Schnur verloren.
    Aber genau um diese Fische geht es doch den ernsthaften Popperanglern - 5000 € für die Tour, 1500 € für eine Popperkombo, dann soll es an 150 € für neue Schnur scheitern?


    Nein natürlich nicht, aber die Erfahrung konnte halt ich persönlich einfach noch nicht machen. Wenn dem so wäre würde ich die Schnur auch sofort tauschen.
    Bei den Bremskräften die ich aber so stehen kann, ist die Tragkraft meiner Schnur bislang immer noch ausreichend gewesen. Und wenn ein 40 Kilo GT ins Riff zieht, dann hilft zumindest mir auch kein Geflecht mit mehr Tragkraft - weil 20KG Bremskraft kann ich wohl nicht halten und auch nagelneues Geflecht wäre im Riff sofort durch.
    Wahrscheinlich muss ich erst einmal eine schmerzhafte Erfahrung machen ;)
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    Leader wird NICHT wegen Korallen verwendet! Diesen Irrglauben les ich ständig und ist mMn absoluter Blödsinn. Was soll ein 2m leader gegen Korallen helfen? Nach den 2 m kommt das Braid an die Koralle und es macht sofort Peng!
    Der einzige Grund für einen Leader ist, dass Fische das Braid während eines Drills durchscheuern würden. Sei es mit dem Maul oder den scharfen Schuppen am Schwanz.
    Daher verwende ich fast ausschließlich 150-170lbs. Das sollte halten


    Norbert, meinst du nicht, dass das 2m Leader schon hilft, wenn ein Grouper sich schnell nach dem Biss versucht in seine Höhle zurückzuziehen? Genau in diesen Situationen hat zumindest bei mir das Leader bisher gelitten! Mal abgesehen von den blöden Hornhecht-Vertretern die das Leader beschädigen.
    Ohne Leader wäre die Geflochtene durch.
    Wenn ein Fisch konsequent aufs Riffdach zieht, hast du natürlich 100%ig Recht, da hilft auch kein Leader. Zumindest die GTs die ich bisher so gefangen habe, wollten aber alle ins Tiefe und nicht aufs Riffdach. Insofern auch noch kein Verlust mit nur 100lbs Leader erlitten.
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    Es gibt Profis wie Nick aus Dubai(der hat wahrscheinlich mehr große GT`s gefangen als wir alle zusammen) von Ocean active der ganz kurze Vorfächer benutzt.Der knotet ein ca 220lbs Vorfach mittels FG knot ans Geflecht und zeiht diesen Knoten nicht durch die Ringe-Vorfachlänge geschätzt 60cm.Laut Nick ist der Vorteil dieser Montage die häufig entscheidende verbesserte Wurfweite.
    Auf jeden Fall führen viele Wege nach Rom und wer fängt hat Recht.
    Gerhard